Endlich, es war so weit, die lüsterne Spannung stieg stetig in ihm empor, mit jeder noch so flüchtigen Minute schwoll die verzückende Begierde an, steigerte sich die
ungeheuere Erwartung, bis dass er seine Ungeduld nicht mehr kontrollieren konnte, seine Schnurrhaare zuckten, er konnte es kaum noch erwarten. Heute war der Tag, der Tag an dem Fischlein seinen Vater zur Arbeit begleiten durfte. So unendlich lange hatte es gedauert, bis dass Elric die Erlaubnis gegeben hatte, seine Zustimmung dazu gab, aber heute war Fischleins Tag. Zahllose Fürbitten hatte Fischleins Vater an den Herrscher Elric stellen müssen und es war eher die Frage der Nachfolge, eine kühle Frage des Ersatzes, welche Elric dazu bewogen hatte den Bitten von Fischleins Vater nachzugeben.  Ja, heute war der Tag und endlich durfte Fischlein das tun, was er im tiefsten Innern immer hatte tun wollten.
Fischlein war ein Felino, ein Katzenmann. Einer jener alten Rassen, welche schon lange vor dem ersten Auftauchen diese schwachen Menschen existiert hatte; Fischlein würgte einen dunklen Gedanken herunter, ihm wurde stets spei übel, wenn an diese felllosen nackten Wesen dachte, doch nichts sollte an diesem Tag die Süße seiner begierigen Erwartungen schmälern.
Bisher hatte Fischlein in der großen uralten Stadt gelebt, welche von dämonenähnlichen Wesen regiert wurde dessen König Elric war. Im Gegensatz zu diesen jungen, neu aufstrebenden Menschenwesen, welche in den jungen, äußeren Königreichen lebten, waren Elrics Vorfahren seit unendlichen Zeiten die Herrscher von Fischleins Heimat. Die Menschen bezeichneten das Dämonengeschlecht als grausam. Fischlein überkam ein abgrundtiefer Ekel, wenn er an diesen Menschenabschaum dachte; wie konnten sich diese schwachen und jungen Geschöpfe erdreisten die ewigen Herrscher der Welt mit ihrem Spott zu verhöhnen, Elrik und die alte Stadt immer und immer wieder herauszufordern, um elendig bei jeden neuen Versuch zu verrecken. Dennoch meuchelten die Menschen bei jeder sich bietenden Gelegenheit die Brüder von Elriks Dämonenrasse nieder, die alten Drachen in ihren Höhlen.
Erbarmen war eine Eigenschaft welche ein Felino nicht kannte, Nachsicht oder Erbarmen waren Fremde Wesenszüge, welche die menschliche Rasse wie ein Gift in die Welt getragen hatte; auch Elrics Dämonengeschlecht konnte nichts mit den Lügen der Menschen anfangen, die schlechthin als Sitte oder Moral bezeichneten. Die Dämonen waren dem Chaos verschrieben, ein Teil des Chases wie es auch die Drachen waren. Die Dämonen waren Teil derselben Kraft.

Elrichs Volk hatte ein natürliches Verhältnis zur Zauberei welche den Beistand der Chaosgötter und niederer Naturgeister erbaten. So war es in der Stadt verboten,  Vögeln und Katzen respektlos zu begegnen, da mit den launischen Göttern dieser Wesen ein ewiger Pakt gegenseitiger Hilfe vor unendlicher Zeit abgeschlossen worden war. Nach einigen Jahrhunderten siedelten sich Felinen in der alten Stadt an und lernten die uralten Weisheiten der Jagt und der Freude an der Qual ihrer Opfer zu würdigen.  Doch ein Teil der Felinen siedelten bei den jungen Menschen, teil aus Neugierde teils aus der selben Leidenschaft zur Jagt und lebten in ihre Stadt nach Romar. Fischlein wuchs jedoch in der alten Dämonenstadt auf und heute durfte er seinen Vater begleiten, Sie waren unterwegs um den Herrscher die Informationen zu beschaffen, welcher Elric benötigte.

Es ging um die Stadt, im Prinzip war die Stadt unzugänglich, der einigste Weg zur Stadt führte durch ein Höhlenlabyrinth von Wasserstraßen. Wer dieses Labyrinth ohne Erlaubnis betrat, war ohne weiteres Erbarmen dem Tode geweiht. Nun hatte es wieder einmal eine kleine Gruppe von Menschen gewagt das Labyrinth zu betreten und Fischleins Vater hatte die Aufgabe herauszufinden was hinter diesem sinnlosen Trieben der Menschen steckte, Fischleins Vater hatte die Aufgabe die Befragung der Menschen durchzuführen. Natürlich würde keiner der Menschen die Folter überleben und Fischlein durfte auch nicht während der Befragung (der lebenden Menschen oder der toten Seelen) eingreifen, aber vielleicht konnte er ja an den geschändeten und verstümmelten Leichen der Menschen das ein oder andere lernen. Fischleins Vater erhielt durch die Necromanie mehr Informationen durch die Schändung der verstorbenen Seelen, als durch das Verhör der Lebenden, aber es war Teil des Paktes zwischen den Dämonen und der Felinen, dass die Katzenwesen ihre Triebe bei derartigen Ereignissen ausleben durften.

Für Elric waren diese Verhöre zuwider, die Etikette verlangte dennoch vom König an diesen Verhören teilzunehmen. Elrics hatte elegantere und sichere Möglichkeiten durch Zauberei an die Informationen heran zu kommen und den Menschen durch Folter und Drogen auf Felinenart Qualen zu bereiten war noch nicht einmal interessant. Elric liebt eher die feinen Künste der Musik und der Dichtkunst. Für einen seiner Chöre hielt Elric Menschen mit einem speziellen Talent gefangen, welche unter Folter eigenwillige Laute des Schreckens von sich gaben. Diese Menschen wurden in einem musikalischen Chor unter Anleitung von Musikern so gequält, dass ihre Schreie wie eine Wonne reinsten Glücks erklangen. Fischlein jedoch war ein Felino und heute sollte er seinen ersten Auftritt haben, es würde ihm erlaubt werden zumindest bei der Befragung der noch lebenden Körper mit zu helfen. Er stellte sich vor, wie er kleine Teile Fleisch aus den Menschen herausschnitt, die Wunden dann mit speziellen Kräutern und Salben schloss, mit Drogen diese Brut am Leben erhielt. Natürlich war das nur die Oberfläche des wahren Könnens seines Vaters, aber für einen jungen Felino war dieses wie der erste Jagtausflug, aufregend und neu.